
Ich habs gewusst: Levrats Ziel war es schon immer, die SP auf einen kommunistischen Kurs zu trimmen. Man musste nur die Zeichen richtig deuten...

Tipp an sf.tv: Verschiedene Inhaltselemente entweder in der Gliederung klarer Trennen oder dann optische Trennelemente wie eine Linie benützen...
Und nein, zur Departementsverteilung äussere ich mich nicht. Nur soviel: Eine linke Migrations- und Integrationspolitik ist möglich, und damit meine ich nicht die Politik von Ruth-Gaby Vermont. Die Bürgerlichen haben unsere Bundesräte und Bundesrätinnen noch immer unterschätzt...
I suppose the thing that I most would like to have known or be reassured about, is that in the world, what counts more than talent, what counts more than energy or concentration or commitment or anything else, is kindness. And the more in the world you encounter kindness, and cheerfulness, which is kind of its amiable uncle or aunt, the more, just the better the world always is. And all the big words, justice, truth, are dwarfed by the greatness of kindness.
Ist doch einfach ein netter Kerl, dieser Fry.
Ein kleiner Artikel im Bund hat mich heute zur Weissglut gebracht - und ich bin mir noch nicht so sicher, wie ich meinen Ärger wieder abbauen kann - als erster Schritt nun mal ein Blogpost.
Darum gehts: Wie heute in Bund und BZ berichtet, zieht die Vineyard ins Kornhaus (4. Stock, die alte Probebühne). Dieser Raum ist seit langem ein Sorgenkind für die Stadt - seit dem Umbau konnte er an bester Lage nie richtig genutzt werden, und seitdem das Stadttheater die Vidmar-Hallen im 07 in die Vidmar-Hallen gehen konnte, steht er leer. Dass die Stadt nun endlich eine Mieterschaft gefunden hat, freut; dass es ausgerechnet missionierende Christen-Fundis sind, ist zwar ein Schönheits-Fehler, aber ok. Immerhin vermietet.
Aber was sich dann der Bund leistet, regt mich wirklich auf: Daniel Vonlanthen titelt: "Ökumene zieht ins Kornhaus". Die Ökumene ist unterdessen auf einen einzelne Missionarische Evangelikalen-Freikirche zusammengeschrumpft? Da habe ich doch etwas nicht mitbekommen.
Dann verkündet Vonlanthen den neuen Mieter: "Vineyard Bern, die ökumenisch orientierte Laienbewegung innerhalb der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn". Ich gebe ja zu, dass ich kein grosser Kenner des Christensumpfs bin, aber 5 Minuten googeln erhärten, was mir mein Gedächtnis sofort sagte: Vineyard ist kein Teil der Landeskirche. Vineyard ist Mitglied des Freikirchen-Verbandes. Vielleicht ist das Verhältnis zwischen den beiden unterdessen nicht mehr so verkachelt, wie es dies war, als man das letzte mal davon gehört hat, aber das wäre zumindest noch nicht gross kommuniziert worden: Auf der Internen Suche von refbejuso-Page gibt es zumindest keinen Hit für Vineyard, und google bringt die beiden nur in zwei Zusammenhänge: Eine Liz-Arbeit von Sabine Jaggi, welche in einem Exkurs auf Vineyard und auch auf das belastete Verhältnis zwischen Vineyard und Landeskirche eingeht (s. 66ff) und den Tätigkeitsbericht von refbejuso, welcher einen 'Begegnungsnachmittag' des theologischen refbejuso-Departements und u.a. Vineyard erwähnt.
Warum regt mich das so auf? Vineyard ist einer dieser Jung-Kirchen, welche in Bern mit drei Dingen auf sich aufmerksam macht: Starke Missionierungsdrang, das Veranstalten von Workshops zur 'Heilung von sexueller Zerbrochenheit' (konkret: «Für einige bedeutet dies eine Entwicklung hin zu heterosexuellem Empfinden. Für andere kann es bedeuten, mit ihrem homosexuellen Empfinden leben zu lernen, dies jedoch nicht auszuleben, weil es gemäss unserem Verständnis biblischer Ethik widerspricht») und den Heilungsgebeten, wonach "Christen die Vollmacht über Krankheit [haben]", weil die meisten Krankheiten aus Sündhaftigkeit entstehen würden. Für weitere Details lese man die oben erwähnte Liz oder den Eintrag der evangelischen Informationsstelle (insb. Abschnitt 5).
Und der Bund weiss das. Der Bund hat über mehrere Jahre kritisch über Vineyard berichtet. Obiges Schwulen-Heilungs-Zitat entstammt einem Vineyard-Leserbrief, welcher im Bund abgedruckt wurde - als Beschwerde, weil der Bund das Thema zu sehr aufgebauscht habe.
Wenn der Bund einfach die SDA-Meldung abdruckt, ok. Aber wenn man schon Recherche betreibt, dann schaut man doch wenigstens auch mal im eigenen Archiv nach und besucht nicht einfach die Homepage und brabbelt diesem Fundi-Pack einfach nach dem Maul - von wegen 'praktisch gelebten Glauben und soziale Gerechtigkeit' und 'Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme blablabla'. So was verdirbt mir einfach gerade den Tag.
Hab gar nicht realisiert, dass dieses Wochenende ein gewichtiges Jubiläum stattfand - in den normalen Medien ist es mir jedenfalls nirgends begegnet: Letzten Samstag vor dreissig Jahren gab es den schweren Reaktor-Unfall von Three Mile Island. TMI ist ein Wendepunkt in der AKW-Geschichte; in keinem westlichen Land ausser Frankreich und Japan wurden danach neue AKW-Projekte angegangen. Zumindest bis vor einigen Jahren der Hype um die ach so saubere Technologie wieder losgegangen ist. Ich würde jetzt gerne eine Verschwörungstheorie aufstellen, weshalb so wenig zu diesem Jubiläum zu lesen war, lasse es jetzt aber mal sein, vielleicht habe ich dieses Wochenende einfach die falschen Medien reingezogen.
An TMI erinnert hat mich ein Artikel von Bob Cringely. Seine neues Blog ist weniger gut als das alte, von IT versteht er halt einfach mehr als von der Bankenkrise. Aber genau für solche Artikel habe ich ihn immer noch gerne - auch wenn ich mit seinem Subtext (alles wäre besser wenn die Ingenieure das sagen hätten und nicht Betriebswirtschafter oder gar Politiker) nicht wirklich übereinstimme.
Und weil ich jetzt einfach halt mal ein elender Missionar bin, noch mein Connex zur Schweiz: Die weltweit erste Kernschmelze gab es in der Schweiz, im Versuchsreaktor von Lucens. Dank dieser Erfahrung wurde Atomkatastrophenberatung zu einem Schweizer Exportschlager - wo auch immer ein Reaktor zusammenbrach, wurden umgehend die Schweizer eingeflogen, auch in Harrisburg, auch in Tschernobyl.
Und noch eine weitere Bemerkung: Three Mile Island ist auch ein Wendepunkt in der IT - die Aufarbeitung des Unfalls führte zu einem grossen Schub in der Benutzer-Forschung. Die Kontrollstelle eines AKW ist auch in den neuesten Büchern zu Human-Computer-Interface zu finden.
Item. Wer zu Harrisburg nicht sowieso schon alles weiss, für den ist der Artikel von Cringely Pflichtlektüre.
Ich bin echt ziemlich entsetzt, dass unser Korrespondent aus Down-Under mir niemals von den beiden erzählt hat.
Hach, wird das geil....
Und ja, eine inhaltlichere Analyse zur Wahlschlappe werde ich schon noch bringen...
und b)
völlig unnütze Software. Als ich gestern nacht schauen wollte, wie ich mit meinem Referat zur Helvetischen Revolution in Bern (jaja, ein Historiker-Thema ich weiss. Besser als der Landadel am Lac de Paladru) so mit der Zeit drin war, merkte ich plötzlich, dass ich gar keine Stopuhr habe, mit der ich die Sprechzeite a) stoppen und b) jederzeit im Überblick haben kann. Und ein kurzes Googeln brachte mich da auch nicht weiter, fand nur ein Widget, und das ist eben nicht jederzeit sichtbar.
Was also tun: Schnell so eine Stoppuhr Programmieren, herausgekommen ist das extremst simple und hässliche aber seinen Zweck völlig erfüllende StopWatch (Universal Binary).

Entwicklungszeit < 1 Stunde, von dem her hat es mich nicht mal so gross aus der Referatsvorbereitung geworfen, dass ich wieder mal die Nacht durcharbeiten muss, hatte ich schon vorher begriffen.
Wie immer ist auch der Quellcode vorhanden, bitte einfach nachsicht haben: Bin in Cocoa immer noch ein Rookie und das ganze war wirklich nur schnell ein Build-For-Use. Denn heute morgen kaufte ich mir im Sportgeschäft (uhhhh, Mullzk im Sportgeschäft....) eine echte geile alte Digitale Stoppuhr, während dem referieren kann ich ja nicht dauernd den Compi offen haben. So eine echte Stoppuhr wie wir sie als Kinder hatten, mit hunderstel-Anzeige und blabla. Item, wer mal eine Stoppuhr auf dem Mac braucht, kann sich bedienen.
So eine Unternehmen hat eigentlich eine zweite Chance verdient...
Für jene, die noch nichts davon mitbekommen haben: In der Blog-Szene der unabhängigen (=kleinen) Software-Entwicklern für Mac OS X ist die Athmosphäre seit einigen Tagen nicht mehr gaaaanz so gut wie auch schon.
Angefangen haben die Scharmützel eigentlich schon Anfang November: Rund um den Hype der neuen Brenn-Software Disco gab es einige kritische Stimmen von älteren, klassischeren Mac-Emtwicklern - insbesondere kam der Vorwurf, dass Disco, der My Dream App Contest und ähnliche Sachen nur noch Marketing-Gags seien und damit dem guten Ruf der Mac-Software-Szene schaden würden. (Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist vor allem der Artikel zur Delicious Generation von Audio Hijack Pro-Entwickler Paul Kafasis).
Und dann starteten die "My Dream App"-Leute MacHeist - eine Aktion wo man 10 Mac-Produkte - u.a. die absolut grossartigen Delicious Library, Textmate oder Rapid Weaver - für den Spott-Preis von 49$ erhält, wovon erst noch 25% in die Charity gehen. Das ganze unter dem Titel "Week of Independent Mac Developer" - als Dankeschön und Ehrerweisung an die unabhängige Entwicklerszene.
Und dann kam der Aufschrei - erst einmal Gus Mueller (VoodoPad, nicht im Bundle), der vorrechnete, dass bei diesem Bundle-Preis weniger als ein Dollar pro verkauftes Bundle an den einzelnen Entwickler geht, und dass dies ja wohl nicht der Weg sei, um sich bei den Entwicklern zu bedanken. Danach kam John Gruber, der zwar festhielt, dass die beteiligten Entwickler durchaus freiwillig dabei seien und sich daher wohl etwas von der Aktion versprechen, dass aber der Anteil, den MacHeist dabei macht, schlicht eine Frechheit sei. Dann war es am Zug von einigen der beteiligten Entwicklern (unter anderem Delicious Library-Entwickler Wil Shipley) darauf hinzuweisen, dass ihnen mit MacHeist kaum Erträge entgehen und dass der Profit der MacHeist-Leute für sie in Ordnung gehe, solange für ihre Programme derart viel Publicity herausspringt wie dies der Fall ist etc etc. Der Ton wurde härter, die Stimmung giftiger.
Das erste halbwegs konstruktive Statement kam dann von MacZealot-Mitgründer Justin Williams: "Rather than support gimmicks such as MacHeist that hurt the independent Mac software platform why not directly support shareware developers so they earn the full amount of money for all their hard work?". Sein Vorschlag: Im Rahmen der "Real week of Independent Mac Developers" solle doch jeder endlich die Mac-Shareware kaufen, die er schon lange Zeit ohne registriert zu haben einsetzt:
What a deal. I just got five great applications that cost $104 for $104. It’s a steal because these tools have either made my life sos much easier and happier. These applications are worth well more than the developers are charging: why should they take less just to get a good day of sales?Die Idee fand ich gut - sowohl aus Prinzip wie auch als Antwort auf die ganze MacHeist-Debatte. Aber: Für mich nicht praktikabel, weil ich als flotter aufrechter Mensch prinzipell jede Shareware registriere, die ich länger als zwei Tage einsetze. Heute nun noch der zweite Vorschlag, diesmal von einem mir unbekannten Autor auf fairyuseless.com: Nicht Shareware kaufen (resp. das sowieso), sondern jenen Entwicklern, die ihre Software verschenken, ein Weihnachts-Geschenk machen: Bei Donationware endlich mal auf den Donate-Button klicken.
Tja, und genau das habe ich nun gemacht, und rufe dazu auf, dasselbe zu tun: Auch bei Software, die von den Entwicklern gratis herausgegeben wird, steckt eine gewaltige Arbeit dahinter - Arbeit die verdient hat, entschädigt zu werden, und sei es auch nur mit kleinen symbolischen Beiträgen. Einfach als Danke schön für den Programmierer: Danke für tolle Software, und erst recht Danke, dass Du Deine Arbeit verschenkst. Spendet, Leute, spendet.
Und weil es halt einfach dazu gehört - die Jungs die von mir was erhalten haben:
- 10base-T: Für Drop Copy - dem mit Abstand besten Tool um schnell Dateien von einem Mac zum anderem zu schieben.
- Growl: Unbeschreiblich grandios. Unvergleichbar. Und nur für Mac. Sowohl als Klein-Stil-Programmierer wie auch als Endanwender bin ich einfach nur hin und weg von Growl.
- Handbrake: Der einzig vernünftige weg, um Filme von einer DVD auf den Mac zu bringen.
- Cocoa Dev Central: Für einige der besten Tutorials für Mac-Entwickler.
- Disk Inventory X: Für die Übersicht, wo all die Bytes, die beim Kauf noch frei auf der Festplatte waren, verschwunden sind. Sehr praktische Funktion, super Darstellung
Ah ja - zum Schluss noch: In der ganzen MacHeist-Debatte schliesse ich mich voll und ganz der Meinung von Michele Balistreri auf Briksoftware an. Vernünftiger Ton, klare Aussage.
Ah ja 2: Im ersten Entwurf dieses Posts stand bei fast jedem der zitierten Blogger, was sie für absolut grandiose Jungs sind mit dem Extrem-Voll-Hacker-Durchblick. Im Text wirkte das irgendwie lächerlich: aber es sollte doch vermerkt sein: Wil Shipley ist ein Drei-Fünftel-Gott, Gus Mueller ein Halb-Gott, und mehr oder weniger alle anderen unabhängigen Entwickler sind mindestens Viertel-Götter.